Reflexionen zu den Vorträgen

Bitte beachten Sie auch die Reflexionen, die von den Studierenden des Masterstudiengangs Kulturwissenschaft zu den Vorträgen angefertigt wurden / in der nächsten Zeit angefertigt werden: Zusammenfassungen, Kommentare, Interviews. Alles zu finden unter dem Menü „Reflexionen“.

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„Amerika, du hast es besser?“ Literarische Reisen aus drei Jahrhunderten.

Ein Vortrag von Prof. Dr. Helmut Schmiedt.

Amerika!Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten! Es lässt den Reisenden im Vorfeld von Hoffnung, Freiheit und Selbstverwirklichung träumen. Doch spielt diese Hoffnung, diese Erwartung an das Land, dass es so viel besser haben soll, tatsächlich eine Rolle? Ein kleiner historischer Querschnitt aus der Literatur soll Aufschluss geben:

In Christian Fürchtegott Gellerts Gedicht „Inkle und Yariko“ reist ein englischer Kaufmann nach Amerika, um dort Geschäfte zu machen. Der Protagonist in Balduin Möllhausens „Die Mandanen-Waise“ will seinem Zuhause entfliehen und reist mit dem Vorhaben, seine Probleme zu lösen, nach Amerika. „Der kurze Brief zum langen Abschied“ von Peter Handke handelt von einer Reise nach Übersee, voller Erwartungen an Hollywood-Glamour und Popkultur. Werden die Erwartungen der Protagonisten, aber auch die der Leser erfüllt?

Hat Amerika es wirklich besser?

„Straße, endlose Straße“ – Vagabundenliteratur und Vagabondage (1900-1933)

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert mehren sich literarische Vagabunden-Darstellungen, sowohl im Kontext des Naturalismus wie später auch des Expressionismus. Um 1900 steht dabei immer wieder das Problem von Arbeit und Arbeitslosigkeit im Mittelpunkt. Dabei geht es zumeist um Perspektiven einer Re-Inklusion des Vagabunden in die Gesellschaft eben durch seine Eingliederung in den Arbeitsprozess.

Dieser Akzent verschiebt sich in den 1920er Jahren, als mit der Gründung der Bruderschaft der Vagabunden ein ganz anderes vagabundisches Selbstbewusstsein formuliert wird: „Generalstreik ein Leben lang“ (Gregor Gog) lautet nun die Parole. In Lyrik, Essay, Manifest, Erzählprosa, Reportage, in Bildern und Zeichnungen wird ein ‚Projekt Vagabondage‘ proklamiert, das die Figur des Vagabunden zum Vorreiter gesellschaftlicher Veränderung ausruft und auf seiner sozialen Exklusion beharrt. Die Träger dieser Literatur und Kunst waren häufig selbst Vagabunden bzw. schöpften aus eigener vagabundischer Erfahrung. Weiterlesen

Sankin Kôtai

 

 Reisen auf der Tôkaidô-Route im Japan der Frühmoderne

Ein Vortrag von Prof. Dr. Andreas Niehaus der Universität Gent.

Am Mittwoch, 27.06.2012, um 18:15 Uhr in Raum F 313.

An diesem Abend reisen wir, geführt von Prof. Dr. Andreas Niehaus, in die Edo Zeit, die das kulturelle Leben in Japan von 1603- 1867 kennzeichnete.

In Edo, dem heutigen Tôkyô, herrschte das Shogunat des Tokugawa Ieyasu mit starker Hand auf dem Wege der Bürokratie. Während dieser zweieinhalb Jahrhunderte gab es nur zwei größere Bürgerkriege und das Land blühte kulturell auf. Ieyasu befürchtete diesen Zustand kultureller Produktivität durch rebellierende Fürsten  (daimyô), die sich gegen ihn zu erheben drohten, einzubüßen. So erließ er Gesetze, die die Fürsten wieder seiner Kontrolle unterwarfen. Eines davon war Sankin Kôtai.

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„Ein verschlossenes Land: Reisen nach Corea“ (1880)

von Ernst Jakob Oppert – der erste Reisebericht über Korea.

Ein Vortrag von Frau Jihee Hong (M.A.)

Am Mittwoch, den 20.06.2012, 18:15 Uhr, Raum F313

Diesmal reisen wir nach Korea: Samsung, LG, Hyundai, WM 2002, Koreakrieg, ein getrenntes Land und Atomwaffen in Nord-Korea. Was wissen Sie sonst noch über das Land? Im Vergleich zu seinen Nachbarländern in Nord-Ostasien, China und Japan, ist Korea immer noch ein relativ unbekanntes Land in Europa. Aber schon im 19. Jahrhundert gab es den ersten deutschsprachigen Reisebericht über Korea: „Ein verschlossens Land: Reisen nach Corea“ (1880) von Ernst Jakob Oppert. Der deutsche Kaufmann hat zwischen 1866 und 1868 insgesamt dreimal Korea bereist und versucht, das Land dem europäischen Handel zu öffnen. Seine verschiedenen und teilweise provokanten Bemühungen scheiterten aber am Widerstand der herrschenden Königsfamilie. Zwölf Jahre später veröffentlichte er dann bei Brockhaus seinen Korea-Reisebericht: Wie hat Oppert seine Reisen und das Land Korea dargestellt? Was hat er erzählt und was nicht? Welche Motive hatte er dafür?

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Zusatztermin!!

28.06. Prof. Dr. Walter Kreyszig (Saskatoon, Kanada / Wien): Reisen nach Übersee als kulturelle Praxis. Der Besuch von Théodore Frédéric Molt bei Ludwig van Beethoven in Wien im Dezember 1825
Abweichender Termin: Donnerstag, 28.06.2012, 14:00 Uhr, Raum F413


Ich reise, also blogge ich

Wer in heutigen Zeiten auf Reisen geht, greift nur noch selten zur Postkarte, um die Daheimgebliebenen über Land, Leute und Erlebnisse zu informieren. Heutzutage bietet das Web 2.0 andere Möglichkeiten: Wer reist, der bloggt.
Aber wird das Reiseblog tatsächlich nur gebraucht, um Freunde und Familie auf dem neuesten Stand zu halten? Macht man sich wirklich nur deswegen die Mühe, alle paar Tage einen Blogeintrag zu verfassen und die schönsten Bilder hochzuladen? Oder ist es vielleicht doch die Möglichkeit sich selbst zu inszenieren, vielleicht sogar ein wenig angeben zu können, die die Blogger antreibt, ihr Reiseblog stets aktuell zu halten? Andererseits erlaubt es das Blog auch mit anderen Reisenden in Kontakt zu treten, sich über gute Reiseziele, Hotels, Hostels, Strände oder Festivals auszutauschen, schließlich sind Blogs für jeden Internetnutzer zugänglich und durch das eigene Blog wird man – gewollt oder ungewollt – Teil einer riesigen Blogosphäre.

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